Katzenjammer

Ach wie schön wär dieses Wort
Wär doch erst der Kopfschmerz fort…

Katzenjammer, eines der schönen deutschen Wörter, die es in die Welt hinaus geschafft haben.
Der Ursprung liegt wohl in der Studentensprache des 18. Jahrhunderts.
Zunächst nur für den Alkoholkater im engeren Sinne gebraucht, musste Katzenjammer bald auch für alle möglichen Arten unangenehmen Erwachens herhalten, nicht zuletzt in Wirtschaft oder Politik.

Heinrich Heine hat den Begriff häufig verwendet, in Briefen ebenso wie in Gedichten. Im folgenden hat er das K-Wort gar nicht erst ausgeschrieben:

K.-Jammer

Diese graue Wolkenschar
Stieg aus einem Meer von Freuden;
Heute muß ich dafür leiden,
Daß ich gestern glücklich war.

Ach, in Wermut hat verkehrt
Sich der Nektar! Ach, wie quälend
Katzenjammer, Hundeelend
Herz und Magen mir beschwert.

International wurde es dann mit den „Katzenjammer Kids“, der wohl ältesten (ab 1897) modernen Cartoon-Serie der Welt, die bis heute fortgeschrieben wird.
Eine schräge Version von Max & Moritz, für die nordamerikanische Presse geschaffen von dem deutschstämmigen Rudolph Dirks.

Wer heute die schärfste Version von Katzenjammer erleben will, der besuche ein Live-Konzert der sensationellen norwegischen Frauenband Katzenjammer.
Da wird einem der Sprachexport auf wunderbare Weise heimgezahlt.

2 Gedanken zu „Katzenjammer

  1. Da waren die Grimm und Nachfolger schon tiefer in die Materie eingedrungen.
    Danach ist Katzenjammer zunächst das Heulen und Jammern der Katzen in der Laufzeit alias Brunftzeit. Dieselbe soll sich auch ohne Alkoholgenuss einstellen —>
    Daraus die üble Empfindung derjenigen, die dieses Gejaule anhören (müssen), etwa von den Dächern der Altstadt, unter denen die billigen Studentenbuden liegen —>
    Daraus ähnliche Empfindungen nach dem Suff.

    Herzliche Grüße

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