Asses to Asses. Dust to Dust.

„Wieder einmal hat der liebe Gott, wie schon bei Wagner und Karajan, in einem Anfall von Zerstreutheit eine große Begabung an ein großes Arschloch vergeben.“ Werner Burkhardt

Wer war das dritte große Arschloch, das der Jazzkritiker hier besprach?
Miles Davis.

Aktuelles Buch zum Thema: „Assholes. A Theory“ von Aaron James.
Leider nur ein weiteres Beispiel für schwache, aber gehypte Pop-Philosophie. Der Autor versteht unter „Assholes“ Personen, die sich im Alltag systematisch auf Kosten anderer Vorteile verschaffen. Sie tun dies ohne Anflug von Skrupeln und sind immun gegen Proteste. Aus einer Reihe von Beispielen – der Vordrängler in der Schlange, der rücksichtslose Autofahrer… – leitet er eine Typologie ab. Das Ganze erfüllt kaum die Kriterien für eine Theorie. Könnte für eine Glosse reichen, aber der Autor dehnt das auf ermüdend repetitive zweihundert Seiten. Der eine oder andere Kritiker hat das Buch denn auch als Autobiografie verstanden. Po-Philosophie ist es in jedem Fall.

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Problemlose Lösung

Nach Lösungen für Probleme suchen, die noch nicht berichtet wurden“
(Angebot von Windows 7)
Das nenne ich pro-aktiv. Wenn Windows mir die Lösung nennt, suche ich das passende Problem dazu.
„Wir sind eine Vorahnung; das Bild, das sich in der Vorstellung von jemand viel früher formt, als die Ereignisse geschehen, durch die wir an seinem Leben teilnehmen.“
Salvador Elizondo

Oftmals

Oftmals hab ich mich gefragt,
warum wird so oft nicht oft gesagt?

Es scheint mehr und mehr zu verschwinden. Das kleine Wörtchen „oft“. Geschluckt vom umständlich-prätentiösen „oftmals“ wie ein unauffälliger, aber funktionierender Familienbetrieb vom Marketing-getriebenen Konzern.
Paradoxerweise scheint „oftmals“ gerade bei Jüngeren beliebt zu sein. Bei Menschen, die ansonsten knapp und salopp formulieren, die so oft mit 140 Zeichen auskommen müssen.
Mitten im Satz steht da plötzlich diese sprachliche Zinnteller-Vitrine.
So zumindest mein subjektiver Eindruck. Wenn das zutrifft, wie kommt das, was bedeutet das? Ist das nur eine erratische Modeentwicklung ohne tieferen Hintergrund? Ist es die systematische Nutzung einer einfachen Möglichkeit, dem Gesagten einen gehobenen Anschein zu geben?

Dabei ist oft nicht einmal die Verkürzung von oftmals, sondern die vollständige und etablierte Urform (schon im Althochdeutschen „ofto“) mit der Bedeutung „häufig wiederkehrend“. Anders als bei „manchmal“ leistet also der Zusatz „mals“ keinen neuen Bedeutungsbeitrag.  Das Grimmsche Wörterbuch lässt eine Entstehung von „oftmals“ aus Wendungen wie „zum oftern (=öfteren) male“ vermuten. „.. und kusset die jungfrawen zum ofternmal“ wird dort zum Beispiel angeführt. Laut demselben Wörterbuch ist oftmals „jetzt … veraltet und durch das einfache oft, öfter (öfters) wieder ersetzt.“ Ein Wörterbuch von 1910 verzeichnet „oft“ als „üblichere(n) und edlere(n) Ausdruck von beiden“.
Das scheint nicht mehr oft so gesehen zu werden..

Poetry Spam – Catch of the Day 7

in einem leben
es ist eine menge
schwierigkeiten
und probleme
gewisse probleme
ich versandpreis
ihr chef
gibt ihnen
eine harte
zeit ist einen neuen job
zu bekommen
bitte rufen sie
uns
in den USA
neu!

Rilke nicht

rilke nicht

wenn im herbst die blätter fielen
blatt für blatt
lauschte rilke wie sie fielen
blatt für blatt
schrieb ein herbstgedicht

heute wenn die blätter fallen
wird geblasen und gesaugt
rilke würd es nicht gefallen
unter wipfeln laublos laut
schrieb ein rilke nicht

Poetry Spam – Catch of the Day 6

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Viele europäische Sprachen vom „digitalen Aussterben“ bedroht

Zum heutigen „Tag der Europäischen Sprachen“ warnen führende Sprachtechnologie-Wissenschaftler vor einem einem „digitalen Aussterben“ zahlreicher europäischer Sprachen.
Sie untersuchten den „digitalen Rückhalt“ von 30 der insgesamt etwa 80 europäischen Sprachen. 21 Sprachen wurde ein „schwacher oder nicht-existenter“ Rückhalt attestiert.
Das heißt, sie werden bei Rechtschreibprogrammen, automatischen Übersetzungen, Spracherkennung und Spracherzeugung (Navigationssysteme, Smartphones) nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt.

Details:
http://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilungen_intern/2012/mindestens-21-europaische-sprachen-vom-digitalen-aussterben-bedroht