Das Gegenstück zu „introvertiert“ heißt natürlich…

nicht „extrovertiert“, sondern „extravertiert“.
Zumindest bei C.G. Jung, der den Begriff geprägt hat, und bei H.-J. Eysenck, der die Persönlichkeitsdimension „Introversion-Extraversion“ in die moderne, empirische Psychologie gebracht hat.
Und bei den Lateinern, bei denen Jung sich bedient hatte. Die kennen zwar „intra“ (innerhalb) und „intro“ (hinein), aber nur „extra“.
Dieses Manko hat die deutsche Alltagssprache nun behoben. Wenn Latein die „späte Rache der Römer an den Germanen“ (Stupipedia) ist, so ist „extrovertiert“ die noch spätere Rache der Germanen an den Römern. Und die Rache der Alltagssprache an der Wissenschaft.
Selbst im Duden steht das O-Wort schon.
Die Wissenschaftler ziehen dazu ein Gesicht wie Günter Grass bei der Rechtschreibreform. Aber sie können sich ja immer noch durch das A-Wort abgrenzen. Und der eng definierte wissenschaftliche Terminus hat ja letztlich auch eine andere Bedeutung als die gekaperte Alltagsversion, die robust und unbekümmert für profane, lautere wie unlautere Alltagszwecke eingesetzt wird. Das gilt für andere Fachbegriffe ebenso. Hier allerdings trennt das a & o Spezialisten und Laien schon auf den ersten Blick.

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