Poetry Spam – Catch of the Day 8

hallo mein herr

ich bin sehr für dich
interessiert
ich bin gern neue leute
kennen und ich will dich
besser kennen

zu lernen ich vermisse so viel
unterstützung die kraft
des mannes manchmal
möchte ich so viel
von der ganzen welt
zu verstecken

in gewisser weise fühle ich
kraft in dir
ich fühle mich vertrauen
ich bin sicher
dass mit ihnen
werde ich das gefühl
geliebt und gewünscht

es ist so angenehm
eine echte frau in der nähe
des richtiger mann zu sein
zart
und liebevoll
leidenschaftlich
und heiß
sein

ich brauche viel
mehr als materielle dinge
ich brauche eine person
die ich liebe bauen kann
kinder großzuziehen
ich brauche die ein
die mich umarmen wird
küss mich wenn ich in seiner nähe

zunder sitzen nach einem langen tag
wenn sie die es werden wollen
finden sie mich

Rüstig

Dorothea Viehmann

Dorothea Viehmann

Vor zweihundert Jahren, am 20. Dezember 1812, erschien die erste Auflage der Grimmschen „Kinder- und Hausmärchen“.
In der Vorrede dazu (Kassel, 3. Juli 1819) schreiben die Brüder:
Einer jener guten Zufälle war es, dass wir aus dem bei Kassel gelegenen Dorfe Niederzwehren eine Bäuerin kennenlernten, die uns die meisten und schönsten Märchen des zweiten Bandes erzählte. Die Frau Viehmännin war noch rüstig und nicht viel über 50 Jahre alt. Ihre Gesichtszüge hatten etwas Festes, Verständiges und Angenehmes und aus großen Augen blickte sie hell und scharf. Sie bewahrte die alten Sagen fest im Gedächtnis…

Anfang fünfzig und noch rüstig!
Prima Kompliment für heutige „Best Agers“. Die könnten einen dafür glatt mit dem Golfschläger hauen und dabei noch elegant aussehen.
Allerdings hatte das Wort rüstig durchaus auch einmal die Bedeutung von „fit“ und wurde auch für junge Menschen verwendet. Etwa von Goethe, der in „Hermann und Dorothea“ einem Pfarrer die Weisheit in den Mund legt „…die rüstige Jugend verspricht ein glückliches Alter“. Doch „Anfang fünfzig und noch fit“ würde dem dauer-juvenilen Golfer nicht viel besser gefallen.
Die Gastwirtstochter und Bäuerin Dorothea Viehmann war sicher gut trainiert von lebenslanger harter Arbeit. Wahrscheinlich zu gut. Keine Spur von Work-Life-Balance. Statt Golfschlägern musste sie wohl die Sense schwingen. Und ihre Rüstigkeit war so wenig selbstverständlich wie dauerhaft. Sie starb mit sechzig Jahren vor der Zeit“, also vor dem Erreichen einer heutigen Lebenserwartung, aber auch vor Erscheinen der von ihr weitergegebenen Märchen.
Das Wort rüstig kann inzwischen mit der Sprachentwicklung auch nicht mehr so recht mithalten. Noch findet es für die wirklich Hochbetagten Verwendung, aber ob die fitten Hochbetagten von morgen das noch hören wollen?

Poetry Spam – Catch of the Day 7

in einem leben
es ist eine menge
schwierigkeiten
und probleme
gewisse probleme
ich versandpreis
ihr chef
gibt ihnen
eine harte
zeit ist einen neuen job
zu bekommen
bitte rufen sie
uns
in den USA
neu!

Rilke nicht

rilke nicht

wenn im herbst die blätter fielen
blatt für blatt
lauschte rilke wie sie fielen
blatt für blatt
schrieb ein herbstgedicht

heute wenn die blätter fallen
wird geblasen und gesaugt
rilke würd es nicht gefallen
unter wipfeln laublos laut
schrieb ein rilke nicht

Poetry Spam – Catch of the Day 3

sie glücklich machen heute
5 große hunde im bett
posieren weich
und wirksame pflanzliche medizin
ihre reparatur
der reproduktiven gesundheit
das vegetative wirkung
und angenehmer stärkende wirkung
schnappen sie sich eine kreditkarte
und gehen sie für ihren traum!

Poetry Spam – Catch of the Day 2

stoppen sie das gefühl
über ihre größe
traumatisiert
groß oder klein
es ist ihre wahl
vollständige wiederherstellung
ihrer gesundheit des menschen
heute und jetzt

beginnen zu betreiben
bereits heute
es ist nicht notwendig
zu warten
um lesen
und zu lernen ist es mehr

(Unveränderter Originelltext)

Verteidigte Leberwurst


2012 feiern wir zweihundert Jahre „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm.
Aus diesem Anlass ein ganz besonderes, doch kaum bekanntes Märchen aus der Sammlung.
Es schaffte es nur in die ersten beiden Ausgaben:

Die wunderliche Gasterei

Auf eine Zeit lebte eine Blutwurst und eine Leberwurst in Freundschaft, und die Blutwurst bat die Leberwurst zu Gast. Wie es Essenszeit war, ging die Leberwurst auch ganz vergnügt zu der Blutwurst, als sie aber in die Haustüre trat, sah sie allerlei wunderliche Dinge, auf jeder Stiege der Treppe, deren viele waren, immer etwas anderes, da war etwa ein Besen und eine Schippe, die sich miteinander schlugen, dann ein Affe mit einer großen Wunde am Kopf und dergleichen mehr. Die Leberwurst war ganz erschrocken und bestürzt darüber, doch nahm sie sich ein Herz, trat in die Stube und wurde von der Blutwurst freundschaftlich empfangen. Die Leberwurst hub an, sich nach den seltsamen Dingen zu erkundigen, die draußen auf der Treppe wären, die Blutwurst tat aber, als hörte sie es nicht, oder als sei es nicht der Mühe wert davon zu sprechen, aber sie sagte etwa von der Schippe und dem Besen: „Es wird meine Magd gewesen sein, die auf der Treppe mit jemand geschwätzt hat“, und brachte die Rede auf etwas anderes. Die Blutwurst ging darauf hinaus und sagte, sie müsse in der Küche nach dem Essen sehen, ob alles ordentlich angerichtet werde, und nichts in die Asche geworfen. Wie die Leberwurst derweil in der Stube auf- und abging und immer die wunderlichen Dinge im Kopf hatte, kam jemand, ich weiß nicht, wers gewesen ist, herein und sagte: „Ich warne dich, Leberwurst, du bist in einer Blut- und Mörderhöhle, mach dich eilig fort, wenn dir dein Leben lieb ist.“ Die Leberwurst besann sich nicht lang, schlich zur Tür hinaus und lief, was sie konnte; sie stand auch nicht eher still, bis sie aus dem Haus mitten auf der Straße war. Da blickte sie sich um, und sah die Blutwurst oben im Bodenloch stehen mit einem langen, langen Messer, das blinkte, als wärs frisch gewetzt, und damit drohte sie, und rief herab: „Hätt ich dich, so wollt ich dich!“

Frappanter Surrealismus und ein eigenartiger Schlusssatz, über den man philosophische Traktate schreiben könnte.