Shakes-PR?

Ich will keine Renommisten, ich bin in guter Renommee bei den allerbesten Leuten. – Schließt die Tür zu: wir lassen hier keine Renommisten hinein! Ich habe es nicht so weit in der Welt gebracht, um nun hier renommieren zu lassen: schließt die Tür zu, ich bitte Euch!

Shakespeare, Heinrich IV., Teil 2

Minnesotouch

Neulich an einem Fahrkartenautomaten in Minnesota.
Eine ältere Dame schiebt viele kleine Münzen für ein Ticket in den Automaten. Wieder und wieder. Denn sie ignoriert den schönen Touchscreen und benutzt stattdessen den klobigen mechanischen Geldrückgabeknopf als Enter-Taste. Wieder und wieder.
Da in Minnesota aber immer alle zusammen helfen, kommt doch endlich alles an seinen Platz. Das Geld bleibt im Kasten, und die Dame kann in die Bahn.
Und der Interface-Designer? War mal wieder nicht da. Die Prärie ist bekanntlich weit. Und letztlich ist es mit dem Interface wie mit der Prärie: In der der großen Fläche zieht schon die kleinste Erhebung große Aufmerksamkeit auf sich

24 – Jetzt auch im Radio

Interviewanfrage eines Radiosenders, der tagein tagaus die immer gleiche Ballermusik sendet. Interviewthema: Welche Auswirkungen hat es, wenn ein Mensch vierundzwanzig Stunden mit demselben Lied beschallt wird?

Plötzliche Selbsterkenntnis?
Oder doch nur die konsequente Überlegung, die vielen verwirrenden Songtitel für den immer gleichen Konfektionslärm abzuschaffen?

William Burroughs hätte wahrscheinlich das Sendegebäude mit haushohen Lautsprecherwänden umstellt und vierundzwanzig Stunden lang immer wieder die eine Songzeile hineindröhnen lassen: All we hear is Radio ga ga.