24 – Jetzt auch im Radio

Interviewanfrage eines Radiosenders, der tagein tagaus die immer gleiche Ballermusik sendet. Interviewthema: Welche Auswirkungen hat es, wenn ein Mensch vierundzwanzig Stunden mit demselben Lied beschallt wird?

Plötzliche Selbsterkenntnis?
Oder doch nur die konsequente Überlegung, die vielen verwirrenden Songtitel für den immer gleichen Konfektionslärm abzuschaffen?

William Burroughs hätte wahrscheinlich das Sendegebäude mit haushohen Lautsprecherwänden umstellt und vierundzwanzig Stunden lang immer wieder die eine Songzeile hineindröhnen lassen: All we hear is Radio ga ga.

Sax Royal

Herr Mangelsdorff, Sie haben mit dem thailändischen König Bhumipol gespielt. Wie spielt der König Saxophon?
Also für’n König ganz gut.

Albert Mangelsdorff, 1963.
Der “Internationale Tag des Jazz” am 30. April soll laut UNESCO an die künstlerische Bedeutung des Jazz, seine Wurzeln und seine weltweiten Auswirkungen auf die kulturelle Entwicklung erinnern.

Pinkeln Sie Punkte?

Toiletten-Gutschein


Wer an der Autobahn für 70 Cent pinkelt, kann für 50 Cent Kaffee trinken.
Wer fünfmal pinkelt, hat schon einen schönen Espresso beisammen.

Man kann gar nicht so viel müssen, wie man dürfen möchte.

Stille Teilhaber

Lugeck 4

Ein schönes Haus besitzt die Bausparkasse Wüstenrot am Wiener Lugeck.

Mit dem Bausparen ist es ja wie bei einem Flugzeugnotfall. Erst muss sich der Erwachsene mit der Sauerstoffmaske sichern, dann erst kommt das Kind. Erst muss die Bausparkasse schön wohnen, dann kommt der Bausparer.

Da die Bausparkasse mit dem Geld der Bausparer arbeitet, muss sie es gut anlegen. Etwa indem sie einen Teil des herrschaftlichen Gebäudes an eine Almvariante der Ballermann-Disko untervermietet. Die und deren ausgelassene Besuchermassen beleben nun die nächtlichen Gassen in nie gekannter Weise. Die anwohnenden Bausparer werden derart großzügig mit einbezogen, dass sie keine Nacht mehr schlafen wollen. Nachts sitzen sie zitternd in ihren Betten, tagsüber taumeln sie mit hängenden Lidern zu Anwohnerversammlungen oder zu ihrer Bausparkasse um eine ruhigere Wohnung zu finanzieren.

Selfie-Grab

Fernand Arbelot

Fernand Arbelot

Grab des Fernand Arbelot auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise.
Die Skulptur erfüllt ihm seinen Wunsch, für immer in das Antlitz seiner Frau zu sehen.

Gut möglich, dass das Selfie-Zeitalter uns bald die Variante mit Smartphone in den Händen beschert. Und das Startup mit der passenden Find-a-Grave-App wird dann auch nicht lange auf sich warten lassen:

Das Smartphone erkennt, wann man sein finales Selfie schießt, gibt automatisch den Druckauftrag an den friedhofseigenen 3D-Drucker und benachrichtigt den Amazon-Rücknahme-Dienst. Der liefert die Leiche direkt in die von Google berechnete freie Grabstelle. 3D-Selfie-Skulptur drauf. Fertig.
Eingehende Facebook-Likes können fortlaufend am Fußende abgelesen werden.