Asses to Asses. Dust to Dust.

„Wieder einmal hat der liebe Gott, wie schon bei Wagner und Karajan, in einem Anfall von Zerstreutheit eine große Begabung an ein großes Arschloch vergeben.“ Werner Burkhardt

Wer war das dritte große Arschloch, das der Jazzkritiker hier besprach?
Miles Davis.

Aktuelles Buch zum Thema: „Assholes. A Theory“ von Aaron James.
Leider nur ein weiteres Beispiel für schwache, aber gehypte Pop-Philosophie. Der Autor versteht unter „Assholes“ Personen, die sich im Alltag systematisch auf Kosten anderer Vorteile verschaffen. Sie tun dies ohne Anflug von Skrupeln und sind immun gegen Proteste. Aus einer Reihe von Beispielen – der Vordrängler in der Schlange, der rücksichtslose Autofahrer… – leitet er eine Typologie ab. Das Ganze erfüllt kaum die Kriterien für eine Theorie. Könnte für eine Glosse reichen, aber der Autor dehnt das auf ermüdend repetitive zweihundert Seiten. Der eine oder andere Kritiker hat das Buch denn auch als Autobiografie verstanden. Po-Philosophie ist es in jedem Fall.

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Coxcomb

Ein altes englisches Schimpfwort, das sich auch im „Shakespeare Insult Kit“ findet.
Wörtlich „Hahnenkamm“, im Mittelalter zunächst als – nahe liegende –  Bezeichnung für die Narrenkappe, dann für den Narren selbst verwendet. Spätestens das gleichnamige Theaterstück von Beaumont and Fletcher aus dem frühen 17.Jahrhundert zeigt eine Bedeutungsverschiebung hin zum eitlen, hohlen, selbstgefälligen Fatzke. (Vgl. auch  „Jeck“ und „Geck“ im Deutschen.)

Samuel Pepys stößt in seinem Umfeld – Königlicher Hof und Flottenamt im London der 1660er Jahre – immer wieder auf Prachtexemplare dieser Spezies „Coxcomb“ und verewigt sie in seinen wunderbaren  Geheimen Tagebüchern:
„Like an ignorant illiterate coxcomb“
„But a vain coxcomb I perceive he is though he sings and composes well.“
Und besonders schön weil wortvergessen:
„Mr. Wiles the coxcomb whom I saw heretofore at the cockfighting…“
Also ganz wörtlich „Der Hahnenkamm, den ich zuvor beim Hahnenkampf gesehen hatte…“
Vergleichsweise aktuelle Musik dazu:
Carly Simon, You’re so Vain.

Shakespeare-Schimpfe

Die These, dass Shakespeare lediglich das Pseudonym des Earl of Oxford gewesen sei, ist zwar nicht so alt wie Shakespeare, hat aber das Haltbarkeitsdatum seit langem überschritten.
Gleichwohl wird das dünne Thesen-Süppchen nun wieder aufgewärmt – von Roland Emmerich in dessen neuem Film „Anonymous“.

Wer sich darüber amüsiert oder ärgert, wie bierernst Emmerich in der Film-Promo die alte Plörre als neue wissenschaftliche Entdeckung präsentiert, der bekommt hier die passenden Shakespeareanischen Schimpfwörter. Mit dem folgenden „Invektivengenerator“
lassen sich daraus vielfältige Kombinationen herstellen.

Shakespeare Insult Kit
Combine one word from each of the three columns below, prefaced with „Thou“:

Column 1	    Column 2            Column 3 

artless             base-court          apple-john
bawdy               bat-fowling         baggage
beslubbering        beef-witted         barnacle
bootless            beetle-headed       bladder
churlish            boil-brained        boar-pig
cockered            clapper-clawed      bugbear
clouted             clay-brained        bum-bailey
craven              common-kissing      canker-blossom
currish             crook-pated         clack-dish
dankish             dismal-dreaming     clotpole
dissembling         dizzy-eyed          coxcomb
droning             doghearted          codpiece
errant              dread-bolted        death-token
fawning             earth-vexing        dewberry
fobbing             elf-skinned         flap-dragon
froward             fat-kidneyed        flax-wench
frothy              fen-sucked          flirt-gill
gleeking            flap-mouthed        foot-licker
goatish             fly-bitten          fustilarian
gorbellied          folly-fallen        giglet
impertinent         fool-born           gudgeon
infectious          full-gorged         haggard
jarring             guts-griping        harpy
loggerheaded        half-faced          hedge-pig
lumpish             hasty-witted        horn-beast
mammering           hedge-born          hugger-mugger
mangled             hell-hated          joithead
mewling             idle-headed         lewdster
paunchy             ill-breeding        lout
pribbling           ill-nurtured        maggot-pie
puking              knotty-pated        malt-worm
puny                milk-livered        mammet
qualling            motley-minded       measle
rank                onion-eyed          minnow
reeky               plume-plucked       miscreant
roguish             pottle-deep         moldwarp
ruttish             pox-marked          mumble-news
saucy               reeling-ripe        nut-hook
spleeny             rough-hewn          pigeon-egg
spongy              rude-growing        pignut
surly               rump-fed            puttock
tottering           shard-borne         pumpion
unmuzzled           sheep-biting        ratsbane
vain                spur-galled         scut
venomed             swag-bellied        skainsmate
villainous          tardy-gaited        strumpet
warped              tickle-brained      varlot
wayward             toad-spotted        vassal
weedy               unchin-snouted      whey-face
yeasty              weather-bitten      wagtail

My (s. u.)  additions:

cullionly           whoreson            knave
fusty               malmsey-nosed       blind-worm
caluminous          rampallian          popinjay
wimpled             lily-livered        scullian
burly-boned         scurvy-valiant      jolt-head
misbegotten         brazen-faced        malcontent
odiferous           unwash'd            devil-monk

poisonous           bunch-back'd        toad
fishified           leaden-footed       rascal
Wart-necked         muddy-mettled       Basket-Cockle
                    pigeon-liver'd
                    scale-sided

Ich habe das hier gefunden, aber keine weiteren Hinweise auf eine möglicherweise ursprüngliche Quelle. Also keine Gewähr.