Immobilienwirtschaft setzt auf Kultur

NTM, Opernhaus des Jahres 2015

Kaum Opernhaus des Jahres geworden und schon Kapitalversprechen. Das Nationaltheater Mannheim.
Die Raumaufteilung klingt jedenfalls schon effizienter als die bisherige.
Zugreifen!

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Kaum Katzenkontent bei den Habsburgern

Die Mannheimer Ausstellung „Sammeln! Die Kunstkammer des Kaisers in Wien“ zeigt einzigartige und natürlich unbezahlbare Objekte von märchenhafter materieller und kunsthandwerklicher Qualität.

Zwei Einträge im Gästebuch* lassen die Kluft zwischen den Generationen erahnen:

„Habe wertvolle Anregungen für die Einrichtung meiner Wohnung gewonnen“
Ein offensichtlich älterer Herr

„Zu wenig Katzenbilder“
Anscheinend ein Mitglied einer Schülergruppe

Mit etwas bösem Willen könnte man die auf den ersten Blick bloß ästhetische Differenz auch als Ausdruck der ökonomischen Kluft zwischen saturierten Alten und nur Google-gebildetem Jung-Prekariat zu Ende denken.

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* aus dem Gedächtnis wiedergegeben

Kalbfleisch mit Schorle

Was wäre die gepflegte Gastronomie ohne Kalbfleisch und Schorle?

Nicht mehr ganz so gepflegt. Denn die Herren Kalbfleisch und Schorle sorgen als amtliche Lebensmittelkontrolleure in der Mannheimer Gastronomie für gepflegte Verhältnisse.
Kalbfleisch und Schorle? So heißen vielleicht Sidekicks bei Shakespeare oder Hauptfiguren bei Beckett: Wladimir und Estragon. Naja. Dichter können ihre Figuren nennen wie sie wollen.
Doch wie kann eine Lebensmittelüberwachungsbehörde ihre Beamten Kalbfleisch und Schorle nennen? Sie kann es nicht nur, sie muss es wohl. Denn laut Mannheimer Morgen sind Wladimir Kalbfleisch und Ingo Schorle die angestammten Klarnamen der beiden Gastronomieprüfer.
Das wirft die Frage auf: Wurden die beiden gerade wegen ihrer Namen eingestellt und zusammen auf Streife geschickt? (Wie heißen dann die anderen Mitarbeiter? Schimmel und Pilz?) An der These mag etwas dran sein. Vor diesem Hintergrund könnte man übrigens die neueren Anti-Diskriminierungsbestrebungen bedauern, nach denen Bewerbungen nur ohne Namen einzureichen wären.

Interessant ist allerdings auch die Frage, ob der Name die Herren selbst bei ihrer Berufswahl beeinflusst hat. Der Mannheimer Morgen hat diese Frage offensichtlich nicht gestellt. Ich hole das hiermit nach.

Mir fällt dazu eine Studie (1) ein, der zufolge Personen mit dem Nachnamen Schneider im Schnitt feinmotorisch versierter waren als Leute die Schmidt hießen. Letztere waren dafür die besseren Grobmotoriker. Die Erklärung: Die Vorfahren der Schneiders hatten den gleichnamigen Beruf ausgeübt und dafür mit größerer Wahrscheinlichkeit die erforderliche feinmotorische Geschicklichkeit mitgebracht und in die Ahnenreihe eingebracht. Entsprechendes galt für die Grobmotorik der schmiedenden Schmidt-Vorfahren.

Demzufolge könnte Herr Kalbfleisch tatsächlich ein besonderes Gespür für Kalbfleisch besitzen, weil seine Vorfahren schon in irgend einer Weise für Kalbfleisch zuständig waren. Und Herr Schorle, naja, entsprechend.

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(1) Meiner Erinnerung nach hat die Studie vor etwa 25 Jahren Gustav Lienert, ein Methodenpapst der empirischen Psychologie, zum Besten gegeben. Leider finde ich gerade keinen Beleg mehr dazu. Ich müsste also tief in den Archiven (Print!) wühlen.
Oder bei den Herren Kalbfleisch und Schorle nochmals knallhart nachhaken.