Unser Objekt

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Der Philosoph Günther Anders hat sich vor Jahrzehnten damit befasst, dass Menschen Objekte schaffen können, die augenscheinlich mehr können als die Menschen selbst. Laut Anders empfindet der unterlegene Mensch eine „prometheische Scham“ vor dem überlegenen, wenngleich selbst geschaffenen Objekt.

Er wusste noch nicht, wie demütig die Menschen heute vor den perfekten  Objekten in den Smartphone-Stores stehen können.Wie stolz sie sein können, mit Siri sprechen zu dürfen.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an unser Objekt.

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Beter-Version

IndianGirl

Was haben die Menschen eigentlich vor der Erfindung des Smartphones gemacht? Gewartet. Fest daran geglaubt. Und schon einmal geübt. Auch wenn es noch über hundert Jahre dauern sollte.

Wie bei Erastus Dow Palmers  „Indian Girl“ (auch „Dawn of Christianity“) von 1853-1856. Federn sammelnd hüpfte es durch die Wälder, bis es auf ein Kruzifix stieß, dessen virtuelle Wunderbarkeit es so verzauberte, dass es die platte heidnische Realität der indianischen Vogelfedern völlig vergaß.

 

Bild: The Metropolitan Museum of Art New York www.metmuseum.org

 

 

Ach Gott Apple

Und überall Live-Ticker:
„In Kalifornien gehen die Journalisten jetzt in den Saal.“ Süddeutsche „vor 9 Minuten“

smartgott

wenn gott in meiner hand wär
die ganze welt in ihr
und ich in ihr

wenn gott in meiner hand wär
gestreichelt würde sein name
schlangenopfer dargebracht

wenn gott in meiner hand wär
dann wär die welt
so sehr welt
und mehr

und ich
so sehr ich
und mehr

und ich
und welt
so ganz in gottes hand

Nein, Google Now, …

… mein nächstes Fahrtziel ist nicht der Christliche Verein Junger Menschen.
Zu mir passt nur das letzte Wort einigermaßen.
Doch vielleicht weiß der Algorithmus wieder einmal mehr als ich.
Und Google Now macht mich christlicher, vereinter, jünger. Noch menschlicher gar?