Der schwarze Frack der Dinge

Im Hotel Drouot erste Versteigerung von Photographien gesehen. Alles wird schwarz in diesem Jahrhundert: die Photographie, das ist wie der schwarze Frack der Dinge.

Journal der Brüder Goncourt, 1857

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Sax Royal

Herr Mangelsdorff, Sie haben mit dem thailändischen König Bhumipol gespielt. Wie spielt der König Saxophon?
Also für’n König ganz gut.

Albert Mangelsdorff, 1963.
Der „Internationale Tag des Jazz“ am 30. April soll laut UNESCO an die künstlerische Bedeutung des Jazz, seine Wurzeln und seine weltweiten Auswirkungen auf die kulturelle Entwicklung erinnern.

„Wenn ich tot bin, soll mir mal einer mit Auferstehung oder so kommen: ich hau ihm eine rein.“

Arno Schmidt
(in Brand’s Haide)

An den hundertsten Geburtstag des Alten von Bargfeld am 18.1.2014 erinnert die Arno-Schmidt-Stiftung mit etlichen Veranstaltungen. Dazu gehört auch ein Projekt von Kommunikationsdesignern der Hochschule Darmstadt. Das befasst sich mit der Litfaßsäule vor Schmidts ehemaligem Wohnhaus in der Darmstädter Inselstr 42, die auch im Werk des Autors eine Rolle spielt.
Los geht’s am  Dienstag, 21.01.2014, 17.00 Uhr an besagter Litfaßsäule.

Tag des Händewaschens

Da aber XY sah, dass er nichts schaffte, sondern dass ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig … , sehet ihr zu!

Nach Matthäus 27,24

Present but not Voting

Zu Professor Bentham wollen Sie? Den finden Sie  im ersten Stock. Der Mitarbeiter des UCL (University College of London) führt nach oben. Er hat schon lange keinen Besuch mehr gehabt. Wie, dieser berühmte Wissenschaftler?

Da sitzt er auch schon. Hinter weit geöffneten Türflügeln. Aufrecht und tadellos gekleidet, wie seit über hundertfünfzig Jahren schon. Tot allerdings. Seit 1832, um genau zu sein.

bentham

Jeremy Bentham (1748 -1832) war ein bedeutender Philosoph, Jurist und Sozialreformer. Er war ein Vorläufer moderner Rechts- und Verfassungsauffassung ebenso wie ein erstaunlich aktueller Vertreter der Tierrechte. In seinen Schriften trat er für die Rechte von Frauen und Homosexuellen ein.

Als Begründer des modernen Utilitarismus wollte er auch physisch über den Tod hinaus nützlich sein. Er vermachte seinen Körper der Wissenschaft. Ließ ihn sezieren und nach seinen Anweisungen zum ”Auto-Icon” präparieren. Das Skelett wurde mit Stroh und Kleidung umhüllt, der Kopf mumifiziert. Letzteres mit derart unglücklichem Ergebnis, dass man dem Skelett lieber einen Wachskopf aufsetzte. Den Originalkopf legte man der Figur zunächst Füßen. Nach Diebstahl durch Studierende des “rivalisierenden” King’s College  wurde er an einen sicheren Ort verbracht.

Es heißt, Bentham habe seinen Körper noch in anderer Weise der Wissenschaft vermacht. So soll er posthum an Sitzungen des Universitätsrats teilgenommen haben. Im Protokoll soll dann gestanden haben “Present but not voting”. Für manch lebenden Konferenzteilnehmer mag die umgekehrte Formulierung angebracht sein. Bei Patt-Situationen soll Benthams Stimme doch gezählt worden sein. Und zwar stets für den eingebrachten Antrag. Das Ganze ist allerdings bloße Legende. Die Universität dementiert jedenfalls.

Immerhin holt sie den Professor zu besonderen Anlässen aus dem Schrank in die Sitzung, zuletzt am 10. Juli 2013. Auch an einem Dinner hat er schon teilgenommen. Present but not eating.